Augenarztpraxis Kiel Dr. Silke Schnell & Renate Behrendt
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Die Entzündung der mittleren Augenhaut (Uveitis)

Die Uvea (Gefäßhaut) wird gebildet aus der Regenbogenhaut (Iris), dem Ziliarkörper (Corpus ciliare) und der Aderhaut (Choroidea). Alle drei Abschnitte der Uvea können entzündet sein, man spricht dann von einer Uveitis.

Sind die Iris und der Ziliarkörper entzündet spricht man von einer Iridozyklitis. Eine Entzündung der Aderhaut wird als Chorioiditis bezeichnet. Sind alle drei Anteile der Uvea von einer Entzündung betroffen, spricht man von Panuveitis.

Ursachen für Entzündungen der mittleren Augenhaut:

  • rheumatische Erkrankungen: juvenile rheumatoide Arthritis, chronische Polyarthritis, Morbus Bechterew, Sarkoidose, Morbus Behcet, Morbus Reiter, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Multiple Sklerose
  • Erkrankungen des Auges: Kataraktoperationen, sympathische Ophthalmie, ungleiche Farbe der beiden Regenbogenhäute (Heterochromie)
  • allgemeine Erkrankungen: Gicht, Leukämie, Diabetes mellitus
  • systemische Infektionen: Borreliose, Syphilis, Tuberkulose, Lepra, Herpes-simplex-Virus, Toxoplasmose, Onchozerkose (Flussblindheit)

Leitsymptome von Iritis und Zyklitis:

  • starke Augenschmerzen, die bei Akkommodationsbewegungen zunehmen
  • Lichtscheuheit
  • Rötung des Auges
  • Tränenträufeln
  • Anreicherung von Leukozyten (weißen Blutkörperchen) und Fibrin im Kammerwasser und vorderem Glaskörper führt zu verschwommenem Sehen

Die Iritis

Die Entzündung der Regenbogenhaut (Iritis) ist die häufigste Uveitis-Form und wird auch als anteriore Uveitis bezeichnet. Sie tritt oft beidseitig auf.  Neben den bekannten Leitsymptomen einer Uveitis findet man bei der Iritis häufig wegen der Stromaschwellung eine blasse, verwaschene Iris mit verengter Pupille. Außerdem kann ein Hornhautödem vorhanden sein. In besonders schweren Fällen kann es zu einer Eiteransammlung am Boden der Vorderkammer des Auges (Hypopyon) kommen.

Komplikationen:

  • passageres Sekundärglaukom durch Verstopfung des Kammerwasserabflusses durch Fibrin und Leukozyten, bildet sich nach Abklingen der Entzündung zurück
  • Verklebungen zwischen Iris und Trabekelwerk oder zwischen Iris und Hornhautendothel
  • Verklebungen der Iris mit der Linsenvorderfläche können zu einem Pupillarblock führen
  • bei Rezidivbildung sind nach Jahren neben der Ausbildung eines Grauen Stares auch eine Hornhautband-Keratopathie und ein Makulaödem möglich

Therapie:

Therapeutisch wichtige Maßnahmen sind die Unterdrückung der Entzündungsreaktion und die Weitstellung der Pupille, um z.B. Verklebungen der Iris zu verhindern.

Rezidive sind häufig.

Die Zyklitis

Die Zyklitis (intermediäre Uveitis) ist eine Entzündung des Ziliarkörpers des Auges und häufig mit einer Iritis kombiniert. Neben den bekannten Leitsymptomen finden sich Fibrin- und Leukozytenansammlungen im Glaskörper. Punktförmige und wolkige Schatten, die sich gegen die Blickrichtung des Auges bewegen, sind die Folge. Die Akkommodation kann eingeschränkt sein.

Komplikationen:

  • Makulaödem
  • Grauer Star
  • Traktionsamotio

Therapie:

Therapeutisch wichtige Maßnahmen sind die Unterdrückung der Entzündungsreaktion und die Weitstellung der Pupille, um z.B. Verklebungen der Iris zu verhindern.

Die meisten Zyklitiden verlaufen chronisch, in schweren Fällen können sie zur Erblindung führen.

Die Chorioiditis

Die Chorioiditis (hintere oder Uveitis posterior) ist die Entzündung der Aderhaut, die auf Grund ihrer engen Beziehung zur Netzhaut häufig eine Retinitis nach sich zieht.  Die Chorioidits verläuft schmerzfrei. Von der Lokalisation der Entzündungsherde ist abhängig, ob und wie ausgeprägt Sehstörungen auftreten. Ist der Glaskörper getrübt, kommt es zur Schleierbildung. Bei der Spiegelung des Augenhintergrundes zeigen sich Entzündungsherde.

Neben den bekannten Leitsymptomen einer Uveitis finden sich im akuten Erkrankungsstadium weiß-gelbliche oder graue, unscharf begrenzte Entzündungsherde. Nach Abklingen der Entzündung können "scheckige" Narben bleiben.

Therapie:

  • Behandlung der Grunderkrankung
  • Weitstellung der Pupille
  • Unterdrückung der Entzündungsreaktion
  • zusätzlich orale Gabe von Kortison

Prognose:

Zwei bis vier Wochen nach Therapiebeginn verschwinden die Entzündungszeichen und die Trübungen des Glaskörpers gehen zurück. Je nach Lokalisation von Netz- und Aderhautnarben ist das Sehvermögen eingeschränkt.


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