Augenarztpraxis Kiel Dr. Silke Schnell & Renate Behrendt
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Tumoren der mittleren Augenhaut (Uvea)

Die mittlere Augenhaut besteht aus drei Anteilen, die alle von Tumoren betroffen sein können:

  • Iris (Regenbogenhaut, regelt die Adaptation)
  • Corpus ciliare (Strahlenkörper, regelt die Akkommodation)
  • Choroidea (Aderhaut, Aufgabe: ernährt die Netzhaut)


Das Aderhautmelanom

Der häufigste primäre bösartige Tumor im Auge, ist beim Erwachsenen das Aderhautmelanom. Er geht von den neuroektodermalen Melanozyten in der Aderhaut aus, ist immer einseitig lokalisiert und tritt hauptsächlich in der 5.-7. Lebensdekade auf. Beschwerden treten erst dann auf, wenn der Tumor sich in die Sehachse vorwölbt oder zu einer Ablösung der Netzhaut führt. Es kommt beim Patienten dann zu einer Sehstörung. Bei der Untersuchung zeigt sich eine rundliche Vorwölbung mit unregelmäßiger Oberfläche.

Der Tumor kann braun gesprenkelt sein. Außerdem finden sich häufig Ablagerungen von orangefarbenem Pigment (Lipofuszin) auf dem Tumor. Ein weiteres Charakteristikum ist eine tumorferne, seröse Netzhautablösung.

Im Gegensatz zu bösartigen Aderhautmelanomen weisen gutartige Aderhautnävi nur eine geringe Prominenz auf. Sie wachsen auch nicht und bleiben fluoreszenzangiographisch stumm.

Die Prognose des Aderhautmelanoms ist abhängig von der histologischen Zusammensetzung und seiner Ausbreitung. Es metastasiert früh über die Blutbahn in Leber, Lunge und Gehirn. 50 Prozent der Patienten leben noch fünf Jahre nach der Diagnosestellung.

Die Therapie richtet sich nach Größe, Lokalisation und Ausdehnung des Tumors. Diese reicht von der regelmäßigen Verlaufskontrolle (bei Tumoren mit einer Prominenz von 2-3 mm) über die Bestrahlung mit Protonen, Brachytherapie (Aufnähen eines Strahlenträgers auf den Bulbus) bis zur Enukleation des Auges.

Das Irismelanom

Das Irismelanom ist ebenfalls ein bösartiges (malignes) Melanom, kommt aber seltener vor als das Aderhautmelanom. Da es gut sichtbar ist, wird es früh entdeckt und hat deshalb eine bessere Prognose als das Aderhaut- und das Ziliarkörpermelanom. Es zeigt sich meist als dunkler Knoten, entweder ausgeprägt pigmentiert oder nur mit geringer Pigmentierung. Er wächst oft aus dem Kammerwinkelbereich vor und verdrängt die Iris in Richtung Pupille, deren Beweglichkeit dadurch stark eingeschränkt wird. Das Irismelanom wächst nur langsam und metastasiert selten in andere Körperregionen.

Kleine Irismelanome werden mittels Iridektomie entfernt. Bei einer Verwachsung mit dem Kammerwinkel oder dem Ziliarkörper kann das Auge meist nur durch eine Irido-Zyklektomie gerettet werden.

Das Ziliarkörpermelanom

Ziliarkörpermelanome bleiben häufig lange Zeit unerkannt und können so langsam heranwachsen. Die Prognose ist ähnlich schlecht wie beim Aderhautmelanom. Das Melanom kann eine lokale Braunfärbung der Skleravorderfläche hervorrufen.


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